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BeNeLux – Tour 2009

Teilnehmende:
Trudi und Xaver Rickenbacher
Adi Suppiger und Jean-Pierre Perazzi
und ca. 140 Goldwings

Dauer:
30.04.2009 – 03.05.2009

Anreise: 29.04.2009
Rückreise: 04. – 05.05.2009

Kilometer: 2744km
Verbrauch: 6.6 l/100km (GL 1200)

Mittwoch, 29.04.2009: Anreise
Tagesdistanz: 798km
Bilder: 001_2009_04_29_BeNeLux.jpg
Leider war das Wetter nicht so, wie man es sich wünschte. Auf der anderen Talseite sah man den Neuschnee noch sehr gut. Die Luft war erfrischend kalt. Leichter Nieselregen fiel. Dies alles war nicht ganz nach dem Geschmack von Trudi. Wir waren aber für die Tour angemeldet. Also fuhren wir auch.
Nach acht Uhr füllten wir den Tank und ab ging es Richtung Basel. Nach einem kurzen Boxenstopp fuhren wir auf der französischen Seite des Rheins Richtung Norden. Da es immer wieder ein bisschen regnete, zogen wir die Regenjacken nie aus. Ohne nennenswerte Probleme erreichten wir nach zwei Zwischenhalten und mässigem Verfahren rund um Westerlo (Belgien) um ca. 17 Uhr das Campinggelände. Ganz überraschend begrüsste uns Adi Suppiger. Wir wussten nichts von ihm, und er nichts von uns. Er und Jean-Pierre Perazzi waren schon vor einigen Stunden angekommen. Nach dem Aufstellen des Zeltes verpflegten wir uns im nahe gelegenen Restaurant.

Donnerstag, 30.04.2009: 1. Tag von Heultje nach La Roche d‘Ardenne
Tagesdistanz: 344km
Bilder: 002_2009_04_30_BeNeLux.jpg - 056_2009_04_30_BeNeLux.jpg
Der Tag begann früh. Jean-Pierre und Adi sassen schon um 6.30 Uhr beim selbstgekochten Kaffee. Dies sei ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand, teilte uns Jean-Pierre mit. Nach dem Abbrechen unserer Zelte verpflegten wir uns im Restaurant. Hier bemerkten wir Adis Vorliebe für Fleisch und Käse zum ersten Male. Er teilte uns bei dieser Gelegenheit mit, dass er immer ein Paar Cervelat zur Not dabei hat. Wir hatten genügend Zeit, da die Einschreibung und Ausgabe des Roadbook erst um 9 Uhr begann. Adi erklärte sich bereit uns mit seinem GPS zu führen. An zweiter Stelle fuhr Jean-Pierre, damit sie bei Unklarheiten besser diskutieren konnten. Mein GPS sass hinter mir auf der Goldwing, Marke Trudi.
Kurz nach dem Start bemerkten Trudi und ich, dass wir den Fotoapparat im Restaurant vergessen hatten. Zum Glück war er noch am alten Platz. Danach ging es kreuz und quer durch Belgien. Grosse und schnelle Strassen wechselten ab mit Landstrassen. Eine kurze „Römerstrasse“ durfte natürlich auch nicht fehlen. Das „Geschüttel“ behagte Jean-Pierre gar nicht.
Trotz Navigationsgerät gab es einige kurze Quartierbesichtigungen, die nicht geplant waren. Gegen 12.30 Uhr gelüstete es uns nach einem Kaffee und einem kalten Getränk. Adi fand schnell ein für uns passendes Gartenrestaurant. Hunger hatte niemand. Sicher führte uns unser „Vorfahrer“ via vieler Nebenstrassen auf den Zeltplatz in der Nähe von La Roche d’Ardenne. Wie noch oft wurde zuerst das Zelt aufgestellt. Duschen oder Durst-löschen war dann meistens der nächste Schritt. Schon bald sassen wir bei einem kühlen Getränk: zweimal Bier und zweimal Mineralwasser (wer trank wohl was?). Da es schon 18 Uhr war, konnten wir das vorreservierte Menü geniessen. Es war wirklich gut zubereitet. Nach diversem Fachsimpeln zügelten wir an die Bar. Gegen zehn Uhr ging es Richtung Zeltplatz. Mit Geräuschen wie „Rauschen des Baches“, „Zirpen der Grillen“ und „Schnarchen von Schlafenden“ schliefen wir allmählich ein.

Freitag, 01.05.2009 2. Tag von La Roche d’Ardenne nach Wiltz
Tagesdistanz: 358km
Bilder: 057_2009_05_01_BeNeLux.jpg - 096_2009_05_01_BeNeLux.jpg
„Es ist wieder bewölkt“. „Ist es nicht auch noch kälter?“ So wurden Trudi und ich aus dem tiefen Schlafe gerissen. Wer gab uns diesen Wetterbericht durch? Adi und Jean-Pierre natürlich. Hätten sie nicht sagen können, dass es nun sommerlich warm sei und eitler Sonnenschein herrsche! Und dies um halb sieben Uhr! Trotz dieser Nachrichten standen wir gut gelaunt auf. Morgentoilette – Zelt zusammenräumen – frühstücken, dies waren die nächsten Aktivitäten. Uns erwartete ein schön angerichtetes und reichhaltiges Büffet.
Unser Reiseleiter Adi führte uns wieder durch das Wirrwarr der vielen Strassen. Jean-Pierre half bei Unklarheiten. Trudi und ich genossen einfach die Fahrt. Die heutige Route war eindeutig eine schnellere Variante. Leider führte uns das GPS zuerst auf die falsche Strecke. Doch nach einigen „Bitte wenden“ fanden wir doch noch auf die ursprüngliche Route zurück. Jetzt ging es wieder durch weite Landschaften, verborgene Täler und entlang an schön geschwungenen Flüssen. Auch heute hatten wir uns so gut am Morgentisch gestärkt, dass uns ein Kaffeehalt in einem noblen Restaurant, abseits vom Tageslärm, genügte.
Die gestrige Fahrt war fahrerisch eine strenge Strecke gewesen. Falls es heute auch nochmals so streng werden sollte, wollten wir Adi zu überzeugen versuchen die geplante Route ein bisschen anzupassen (sprich abzukürzen). Zum Glück trat dieser Fall nicht ein. Trotz Verfahren auf eine Naturstrasse erreichten wir gegen 17 Uhr den Zeltplatz in Wiltz. Das Prozedere wiederholte sich wieder: Zelt aufbauen – Duschen – Apéro trinken – Essen. Da es in diesem Restaurant keine Bar gab, beschlossen wir zu Fuss im nahen Dorfe ein Restaurant aufzusuchen.

Samstag, 02.05.2009 3. Tag von Wiltz nach Grathem
Tagesdistanz: 330km
Bilder: 097_2009_05_02_BeNeLux.jpg - 129_2009_05_02_BeNeLux.jpg
Wir vermissten den Wetterbericht. Dafür hatten wir einen regelmässigen Schnarchler als Nachbar. Dieser weckte uns zu gegebener Zeit, d.h. um halb sieben Uhr. Heute klappte nicht alles planmässig mit dem Frühstück. Der Bäcker hatte die bestellte Ware nicht gebacken. Also musste der Wirt schnell für rund 170 Personen Brötchen auftreiben. Aus diesem Grunde gab es das Morgenessen erst um acht Uhr. Hier konnte Adi zum ersten Male nicht mehr mehrere Male Fleisch und Käse holen. Dafür ass er nun tapfer sein Konfi-Brot.
Um neun Uhr ging es wieder los. Schöne und schnelle Strassen führten uns durch Belgien, Luxemburg und Deutschland. Auf einem „Pass“ genehmigten wir uns zum ersten Male eine kleine Zwischenmahlzeit. Da die heutige Tagesleistung (Zeitaufwand) nicht hoch war, gönnten wir uns eine längere Mittagszeit. Nach der Stärkung ging es zügig weiter Richtung Holland. Die Strassen führten nicht mehr über Höhen und Täler. Alles war flach. Wir waren in Holland angelangt. Nach einigen Zusatzkurven erreichten wir gegen Abend den Zeltplatz in Grathem. Die Zufahrt zu unserem Zeltplatz liess zu wünschen übrig – lockerer Sand, wie am Meer. Auch die vielen Ameisen brachten uns zum Stirnerunzeln. Doch alles war nur halb so schlimm.
Wir schwitzten alle beim Zelte aufstellen. Adi und ich hatten richtig Durst. Also ging es auf die Suche nach Schatten und innerer Abkühlung. Trudi und Jean-Pierre wollten uns später folgen. Wir zwei fanden auf Anhieb das Restaurant, während dem die beiden anderen eine unfreiwillige Besichtigung des Zeltplatzes machten. Dafür hatte Adi Pech mit dem Bier. Er erhielt nur ein kleines Glas Panaché, während Jean-Pierre ein grosses Bier bestellen konnte. Ob das Personal wohl nach folgendem Prinzip vorging: kleine Leute grosses Bier – grosse Leute kleines Bier? Gegen 20 Uhr gab es dann das T-Shirt und ein sehr feines Abendessen. Auf den Bildern kann eingesehen werden, dass keiner von uns verhungerte.

Sonntag, 03.05.2009 4. Tag Antreten der Heimreise
Tagesdistanz: 307km
Bilder: 130_2009_05_03_BeNeLux.jpg - 158_2009_05_03_BeNeLux.jpg
Das Wetter sah nicht gut aus. Kurz vor dem Aufstehen hörten wir kurz Regentropfen auf unser Zelt schlagen. Zum Glück dauerte das nicht lange. Adi und Jean-Pierre machten sich bereit für die Heimfahrt. Sie warteten nicht bis zum Morgenessen. Sie fuhren direkt ab um möglichem Regen auszuweichen. Wir verabschiedeten uns. Trudi und ich entschlossen uns noch zweimal zu übernachten. In Remerschen (Luxemburg) fanden wir für die erste Übernachtung eine Jugendherberge. Dort genossen wir es wieder einmal in einem Bett zu schlafen.

Montag, 04.05.2009 Von Remerschen nach Eichstetten
Tagesdistanz: 318km
Bilder: 159_2009_05_04_BeNeLux.jpg - 178_2009_05_04_BeNeLux.jpg
Ein herrlicher Morgen begrüsste uns. Der Himmel war fast wolkenlos. Wir wollten Bekannte im Kaiserstuhlgebiet besuchen und danach im Schwarzwald übernachten. Mein „GPS Trudi“ studierte die Karte und führte mich sicher in Richtung Vogesen. In Mittersheim legten wir einen Mittagshalt ein. Es erinnerte uns an unsere Bootsferien mit den Kindern. Zügig und fast ohne Verkehr trafen wir gegen 17 Uhr in Vogstburg ein. Bei Kaffee, Kuchen und einem Baby verflog die Zeit sehr schnell. Wir beschlossen in Eichstetten bei Martha und Rudi anzuklopfen, ob sie noch eine Matratze für zwei müde Reisende frei haben. Wie erwartet war es tatsächlich möglich. Bei Wein und Snacks wurde bis weit in die Nacht diskutiert und gefachsimpelt.

Dienstag, 05.05.2009
Tagesdistanz: 289km
Bilder: 179_2009_05_05_BeNeLux.jpg - 192_2009_05_05_BeNeLux.jpg
Nach einem üppigen Frühstück, einem kurzen Marktbesuch und Kauf von frischen Spargeln fuhren wir in Richtung Glottertal. Wir verpassten die Einfahrt in dieses Tal. Kurzfristig entschlossen wir uns über den Kander zu fahren. Wir bereuten diesen Entscheid nicht. An den Strassenrändern fanden wir die letzten Schneeresten vor. Wir staunten. Via Titisee ging es nun an den Rheinfall in Schaffhausen. Dort genehmigten wir uns einen kurzen Imbiss. Gegen 18 Uhr kamen wir zu Hause an.

Schön, wieder daheim zu sein.

Schlusswort:
Diese Reise war ein schöner Ausflug in die BeNeLux-Staaten. Alles war aus unserer Sicht gut organisiert. Für uns wäre es noch schöner gewesen, wenn die Routen kürzer geplant, dafür aber schöne Orte zum Verweilen angesteuert worden wären. Wir hatten keine Zeit uns den Schönheiten der verschiedenen Orte zu widmen.
Ganz schön war auch das Zusammensein mit Jean-Pierre und Adi. Durch ihre Anwesenheit wurden manche Momente viel kurzweiliger. Wir danken beiden für die gute Führung durch das Wirrwarr der vielen Haupt- und Nebenstrassen. Ohne sie wären wir heute noch unterwegs.

Illgau, 09.05.2009 - Rickenbacher Xaver

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