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Internationales Treffen in Châlons-en-Champagne, Frankreich
01. - 04. Mai 2008

Vor einiger Zeit, als ich dieses Treffen das erste Mal erwähnte, meldeten sich sofort zwei Töchter als Begleitpersonen. Da Sarah noch nie an einem Internationalen Treffen des GWEF teilnehmen konnte, beschlossen wir, dass sie mitkommen darf. Es liegt nicht allzu weit weg und liegt ideal in den Ferien.
Also - nichts wie los.

Donnerstag, 01. Mai 2008
Das Wetter macht, was es will. Die Hinfahrt wird wahrscheinlich kein Vergnügen sein. Abwechslungsweise wird uns vereinzelt Regen und Sonnenschein versprochen. Wir, das heisst Sarah und ich, machen uns trotzdem auf den Weg, beziehungweise auf die Räder. So gegen 09.20 Uhr fahren wir von zuhause ab. Jetzt scheint noch die Sonne auf unsere Helme. Damit die Fahrzeit möglichst kurz wird, fahren wir vor allem Schnellstrassen. Auf diese Weise erreichen wir recht schnell die Grenze bei Basel. Da ich liebend gerne Kaffee trinke, genehmigen wir uns in Pratteln den ersten Zwischenhalt. Schon bald heisst es wieder" Gas geben".
Der Routenplaner von ViaMichelin hat uns die Autobahn / Schnellstrasse auf der französischen Seite empfohlen. Also verlassen wir die Schweiz über diese Grenzstelle. Wir scheinen nicht als einzige nach Frankreich reisen zu wollen. Wir stehen kurz im Stau. Für ein Töff ist dies kein grosses Hindernis. In Frankreich fahren wir nun Richtung Colmar - Sélestat. Wir gewöhnen uns schnell an die Geschwindigkeiten der Franzosen (angegebene Geschwindigkeit plus ca. 15 km/h dazu). Da die Mittagszeit nun schon fast vorbei ist, plagt uns ein kleiner Hunger. Auf einer Raststätte wird dieses Bedürfnis gestillt. Eine Töfffahrerin kommt mir sehr bekannt vor. In Châlons-en-Champagne sehen wir uns dann wieder. Nach dieser Mahlzeit fahren wir in Sélestat dann quer durch die Vogesen Richtung Nancy. Es geht über einen kleinen, aber schnell zu fahrenden Pass. Zügig nähern wir uns unserem Ziel. Einige Regentropfen erwarten uns. Zum Glück aber nur so stark, dass wir den Regenschutz nicht anzuziehen brauchen. Auch haben wir Glück, dass wir zwischen Gewitterzellen hindurch fahren dürfen. An einigen Stellen haben wir richtige Regengewitter beobachten können (wahrscheinlich regnete es dort in Bindfäden). In Châlons-en-Chamgagne finden wir recht schnell das Einschreibebüro. Mein sorgenvoller Blick gilt dem Wetter. Es sieht nicht gut aus. Hoffentlich hält das Wetter noch zwei Stunden. Leider hört Petrus diese Bitte nicht. Es beginnt schwach zu regnen an, als Sarah und ich mit dem Zeltaufbau beginnen. Zum Glück wissen wir noch recht gut, wie es geht. Bei dieser Gelegenheit sehen wir die ersten Schwyzer, nicht nur Schweizer. Daniel ist mit seiner Partnerin auch anwesend. Sie sind etwa eine Stunde vor uns angekommen.
Nach dieser Arbeit gehen wir zu Fuss zur Halle (Festwirtschaft). Sarah meint zwar noch, dass ihre Beine schmerzen. Aber ich denke, dass ein bisschen Bewegung gut ist. Wir haben doch fast sieben Stunden (inklusive Pausen) Fahrzeit hinter uns. Leider sind der Campingplatz und das Treffengelände ca. 10 Minuten Fussweg auseinander. Es könnte aber auch ein Vorteil sein (Ruhe vor zu lauter Musik). Es ist noch nicht so viel los. Wir möchten gerne etwas essen. Wir werden enttäuscht. Es gibt keine Verpflegungsstellen für Zwischendurch. Einzig die vorreservierte Mahlzeit wird ausgegeben. Die Teilnehmer an unseren Treffen in Unterägeri wurden im Vergleich zu Frankreich richtig verwöhnt. Was nun? Das Treffengelände liegt neben einem McDonalds. Was wählt nun Sarah? Keine Frage. Happy Meal mit Eistee. Ich entschliesse mich für Chicken Nuggets, Frites und Salat. Zurück in der Halle empfängt uns Gospelgesang. Sie singen wirklich gut.
Gegen zehn Uhr gibt es dann Nachtruhe bei uns. In der Nacht hören wir dann noch unmusikalische Geräusche in Form von Schnarcheln aus dem Nachbarzelt (ca. 10 m neben uns). Sarah bemerkt nichts vom Feuerwerk um 23 Uhr. Ich höre es, stehe aber nicht mehr auf.


Freitag, 02. Mai 2008
Morgenstund hat Gold im Mund. Dieses Sprichwort gilt für Sarah nicht. Sie möchte schlafen. Ich mache mich auf den Weg, um etwas zu essen. Auf dem Treffengelände finde ich keinen Stand, um dieses Bedürfnis stillen zu können. Schade. Es geht doch eigentlich nichts über das Essen. Isst der Mensch gut, so ist er/sie viel zufriedener. Scheinbar gilt dies nicht für die französischen Goldwinger. Also bleibt es zunächst bei zwei Kaffees.
Retour beim Zelt wecke ich Sarah. Das Wetter ist gut. Die Sonne scheint. Ich möchte gerne mit ihr einen kleinen Ausflug in der Umgebung machen. Eine empfohlene Tour führt an den Lac du Der. Wir machen uns auf die Strecke. Schon nach kurzer Zeit verpasse ich die erste Einfahrt. Es sind nicht mehr die gross angeschriebenen Schnellstrassen. Wir erreichen aber trotz dieser kleinen Schwierigkeiten unser Ziel. Zwei andere Goldwinger vor uns und ein Goldwinger nach uns haben sich an den gleichen Ort verirrt. An diesem Platz geniessen wir unser Mittagessen und auch unser Mittagsschläfchen. Sarah will unbedingt ihre Füsse noch im kalten Wasser baden. Leider bleibt es nicht bei den Füssen, auch die Hose wird am Bunde nass.
Da gegen 17.30 Uhr eine Show mit der französischen Elitegruppe der Motorradfahrer angesagt ist, kehren wir zu diesem Zeitpunkt zurück. Am Eingang treffen wir auf die nächsten Schweizer: Fredy Batliner mit Partnerin, George mit Partnerin, Jean-Pierre mit Partnerin und Adi, unser Inter-Rep. Nach dem Kaffee sehen Sarah und ich uns die Show an. Es ist beeindruckend, mit welcher Präzision die Fahrer nebeneinander - gegeneinander - durcheinander fahren. Keiner darf sich eine kleine Unachtsamkeit erlauben. Kompliment. Nach dieser Darbietung zeigt uns eine andere, akrobatische Gruppe ihr Können. Sie demonstrieren uns, dass ein Motorrad auch für Pyramiden mit mehreren Personen genutzt werden kann. Sarah ist begeistert von der Darbietung. Mir ist die Musik zu laut und zu aggressiv. Ich sehe mir lieber die verschiedenen Goldwings an.
Das Abendessen nehmen wir diesmal in der Halle ein. Wir werden von klassischer Live-Musik verwöhnt. Leider geniessen diese Art von Musik viel zu wenige. Es ist relativ laut in der Halle. Die Musik geht fast unter. Als das Orchester das letzte Stück gespielt hat, will das Publikum aber trotzdem noch eine Zugabe. Aus der Zugabe werden es dann zwei. Nach dieser Darbietung geht es an die Feier des 30. Treffen in Frankreich. Sarah und ich hören kurz zu, gehen dann aber ins Bett.


Samstag, 03. Mai 2008
Was wollen wir? Gemütlich zusammenräumen und heimfahren oder Ausfahrt mitmachen und schnelleres Heimfahren? Die Sonne scheint auf unser Zelt. Sie wird uns wahrscheinlich den ganzen Tag begleiten. Wir entschliessen uns für die zweite Variante. Laut Auskunft von Adi haben sich über 1400 Goldwinger eingeschrieben. In einem solchen Tross mitzufahren wird uns wahrscheinlich nicht mehr so bald geboten. Also machen wir uns kurz nach 8 Uhr auf den Weg zum Treffengelände. Es sind schon einige Goldwings parkiert. Wir gesellen uns zu den zwei Schwyzern. Nach und nach treffen immer mehr Fahrer ein. Die französischen Stämme haben sich in verschiedene Kostüms gestürzt: "Schotten", Gelbe mit Champagnergläsern auf den Helmen, Wikinger, ... Es ist ein buntes Treiben und Durcheinander. Gegen halb Zehn Uhr bewegt sich der Tross in Bewegung. Zügig fahren wir durch die Landschaft Richtung Reims. Vor uns eine lange Schlange von Töfffahrern, hinter uns nochmals das Gleiche. Ich möchte nicht an einer vielbefahrenen Kreuzung stehen und die Autofahrer aufhalten müssen. Vielleicht sind die Franzosen in diesen Dingen geduldiger als wir Schweizer. Gegen Mittag gibt es in Dizy einen Apéro. Hier verabschieden wir uns und fahren zum Zeltplatz zurück. Schnell das Zelt zusammenräumen und auf die Rückfahrt machen, das ist unser Plan. Gegen halb drei Uhr sind wir am Abfahren. Die restlichen Jetons werden noch zurückgebracht.
Wie auf dem Hinweg machen wir drei Zwischenhalts. Gegen 23 Uhr treffen wir zuhause ein.

 

Diese Tour war ein schönes Erlebnis. Das Wetter spielte fast immer mit. Der Verkehr hielt sich in Grenzen. Laut GWEF waren am Treffen 1488 Goldwings, davon 951 Franzosen eingeschrieben. Das ist eine ziemlich grosse Ansammlung von Goldwingern. Wie viele davon an der Ausfahrt waren, weiss ich nicht.
Wehrmutstropfen waren die mangelne Verpflegungsmöglichkeit auf dem Festgelände und die räumliche Distanz zwischen dem Zeltplatz und dem Treffengelände. Wünschenswert wäre auch eine bessere Organisation der "Schweizerdelegation* bei einem Treffen. Andere Nationen treffen sich gemeinsam zur Ausfahrt, wir Schweizer schaffen dies nicht. Schade!

 

 

 

Sonnegg
Internationales Treffen - Frankreich

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