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Spargelausflug in den Schwarzwald und ins Elsass

Der ganze April 2007 war überhaupt nicht typisch für den April - Sonnenschein, warme Temperaturen. Das heisst, eigentlich war es Maiwetter im April. Meine Frau und ich planten also eine Tour in den Schwarzwald und ins Elsass.

Primäres Ziel war nicht ein Ort, sondern das Spargeln essen im Anbaugebiet. Wir hofften, dass nicht plötzlich im Mai Aprilwetter vorherrschen würde.
Hier kannst du ein paar Fotos betrachten. Sie wurden durch Trudi aufgenommen.

Dienstag, 01. Mai 2007
Am Morgen machen wir uns gemütlich auf den Weg. Es braucht warme Kleider, da die Temperaturen nicht sommerhaft sind. Aber es gibt ja kein kaltes oder schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. In Seewen, Schwyz wird noch schnell der Tank gefüllt. Aber jetzt, endlich Richtung Norden, dem schönen Wetter entgegen. Die Temperaturen bleiben auch am Zürichsee frisch. Auf dem Rickenpass geniessen wir Kaffee und Gipfeli. Die Route wird nur grob besprochen. Das nächste Ziel ist Schaffhausen. Jetzt bin ich noch fürs "Falschfahren" zuständig. Später wird dann meine Frau ein "lebendes GPS". Einfach so durch die Dörfer zu fahren und ungefähr die Richtung beizubehalten, das gefällt mir.
Gegen Mittag erreichen wir Schaffhausen. Am Fusse des Munot-Turmes geniessen wir eine Pizza. Den Kaffee wollen wir aber erst in Waldshut nehmen. Wir verlassen die Schweiz und fahren auf deutschem Boden nach Waldshut. Mitten im Ort finden wir eine gemütliche Sonnenterrasse. Im Gegensatz zu Schaffhausen sind hier sehr viele Personen unterwegs. Erst später bemerken wir, dass ja heute "Tag der Arbeit" ist, also ein arbeitsfreier Tag für viele Angestellte.
Von hier geht es dann Richtung Norden zum Schluchsee. Dort beschliessen wir zu übernachten. Schnell ist eine Pension gefunden (Staubs Gästehaus Riesenbühl). Die Empfangsdame nimmt uns sehr freundlich auf. Knapp haben wir uns entschlossen zu bleiben, hören wir schon Muotathaler Dialekt. S'Eggelers Sebl und seine Frau Martha sind hier, in der gleichen Unterkunft. Dies ist schon das zweite Mal, dass wir uns so zufälligerweise treffen (erstes Mal in Fleurier auf dem Zeltplatz, diesmal im Schwarzwald). Die Welt ist doch so klein.
Vor dem Nachtessen beschliessen wir noch den Riesenbühlturm zu besteigen. Die Aussicht ist nicht ganz so gut, wie sie auf den Panoramabildern zu sehen ist. Theoretisch müssten wir den Pilatus, die Rigi, Forst- und Druesberg sehen. Doch Schleierwolken in den Alpen verhindern dies. Da die Bise bläst, bleiben wir nicht lange auf dem Turm. Zurück im Dorf, suchen wir das Hotel Schiff auf. Hier kann meine Frau Trudi endlich die ersten Spargeln geniessen. Trudi bestellt Spargeln (zum Ersten) mit Schinken. Ich entschliesse mich für "Fleisch und Gümel" (Rindsfilet mit Dauphinekartoffeln). Beides ist hervorragend. Zum Dessert genehmigen wir uns einen kleinen Windbeutel. Ich esse ja gerne viel. Doch dieser Windbeutel mit drei Kugeln Glace und Rahm war sehr gross. Nach diesem üppigen Mahle spazieren wir auf Umwegen zur Pension zurück.

Genial an dieser Etappe war, dass es fast keine Auto- und Töfffahrer auf der Strecke hatte. Die Strassen im Schwarzwald waren fast wie leergefegt. Ob sie Angst vor meine Fahrstil hatten? Wer kann das wissen.

 

Mittwoch, 02. Mai 2007
Wenn man immer früh aufsteht, so ist es schwierig lange auszuschlafen. Ich wache schon früh auf. Der erste Blick gilt dem Wetter. Es sieht gut aus. Während Trudi sich noch in der Welt der Träume befindet, betrachte ich die Prospekte vom Ort. Der Wecker ist auf 07.45 Uhr gestellt. Das Morgenessen gibt es ab 08.00 Uhr. Ich wecke meine Frau früh genug, damit wir pünktlich essen gehen können. Mit Milchkaffee, Brötchen, Konfi und Fleisch stärken wir uns. Bald darauf machen wir uns Richtung Titisee auf. Ich setze mich an die Sonne und geniesse die Aussicht auf den See. Meine Frau kauft eine Postkarte und schaut sich noch andere schöne Dinge an. Die Karte ist für meinen Götti Reto (Darauf lassen wir Prisca zum Geburtstag gratulieren). Nach ausgiebigem Kaffeehalt fahren wir nach Furtwangen. Ein Wegweiser sagt uns, dass die Donauquelle in der Nähe sein soll. Also - nichts wie hin. Da schon wieder Mittagszeit ist, beschliessen wir uns im gleichnamigen Restaurant zu sättigen. Trudis Menü ist klar - Spargeln (zum Zweiten) mit Schinken. Meines ist auch klar - Fleisch mit Gümel (Steak mit Waldkartoffeln und Gemüse). Schnell noch ein paar Fotos geschossen, und schon geht es weiter Richtung Triberg. Dort möchten wir uns die "Grösste Kuckucksuhr der Welt" ansehen. Der Wegweiser führt uns in die Nachbargemeinde Schonach. Laut Auskunft der Besitzerin ist es nicht mehr die grösste Kuckucksuhr. Sie ist aber trotzdem wegen ihren vielen Holzzahnrädchen und Gewichten faszinierend. Der Massstab beträgt übrigens 50 : 1.
Schon geht es wieder weiter. Unser nächstes Ziel ist die Schwarzwald-Hochstrasse. Sie beginnt bei Freudenstadt und endet in Baden-Baden. Irgendwo auf der Strecke brauchen wir (vor allem ich) eine Kaffeepause. Gestärkt geht es dann nach Freudenstadt. In der nächsten Ortschaft beginnt die Hochstrasse. Fast ohne Gegenverkehr fahren wir Kurve um Kurve in die Höhe. Es ist ein richtiger Genuss. Wir rasen nicht, wir geniessen. Nach nicht allzu langer Zeit treffen wir in Baden-Baden ein. Ein Blick auf die Uhr - wir beschliessen die Rheinebene zu überqueren und im Elsass ein Zimmer zu suchen. Gesagt, getan - doch leider ist dies kein guter Entschluss. Im Schwarzwald findet man überall eine Unterkunft - im Elsass ist dies nicht der Fall. Erst um ca. 19.30 Uhr finden wir in Marlenheim ein Zimmer. Leider hat das Restaurant vom Hotel Le Cerf geschlossen. Beim Betrachten der Speisekarte hätten wir wahrscheinlich sehr gut gegessen. Im Winzerstuebel (auberge à l'arbre vert) bestellt Trudi Spargeln (zum Dritten) mit Schinken. Ich bleibe bei Fleisch und Gümel (tellergrosses Steak mit fritierten Kartoffeln). Diese Portion ist wirklich gross. Jetzt braucht es kein Dessert mehr. Wir sind satt.

Auch heute war das Fahren im Schwarzwald ein reines Vergnügen. Falls ich wieder einmal im Schwarzwald bin, wünsche ich mir gleich viel Verkehr wie diese beiden Tage.

 

Donnerstag, 03. Mai 2007
So wie gestern, stehen wir gegen 07.30 Uhr auf. Schon bald brechen wir auf. Heute möchten wir auf der "Route des crêtes" Richtung Süden und danach nach Hause fahren. Zuerst wagen wir noch einen Blick zum Himmel. Wir beschliessen den Regenschutz nicht zuunterst zu deponieren. Es sieht nicht so schön aus. Wie schon die Tage davor, fahren wir los ohne vorher die Karte zu betrachten. Die Sonne scheint nicht. Darum fehlt es mir an der genauen Orientierung. Wir fahren eine schöne, fast verkehrsfreie Route. Leider sind wir schlussendlich wieder fast an der gleichen Stelle. In Niederhaslach erklärt uns die Wirtin beim Kaffee, wie wir am zu unserer Route kommen (via Schnellstrasse nach Selestat). Dies machen wir dann auch so.
In Ste-Marie-aux-Mines beginnt dann unsere Passtour. Wie schon die Tage davor können wir ohne Verkehrshindernisse die Pässe rauf- und runterfahren - Genuss pur. Das Wetter ist uns auch hold. An verschiedenen Strassenabschnitten bemerken wir, dass es vor kurzer Zeit geregnet hat. Wir selber werden nur durch vereinzelte Tropfen getroffen. Auf dem Col du Bonhomme ist es wieder Zeit für das Mittagessen. Diesmal wählt auch Trudi Fleisch, nämlich Cordonbleu. Trudis Zutaten sind Reis und Gemüse, meine Gümel. Ich bestelle noch einen grünen Salat dazu. Dieser besteht aus Randenblättern und Brunnenkressig. Ich wäre nie auf die Idee gekommen aus Randenblättern Salat zu machen - ist aber gar nicht so schlecht. Den Kaffee beschliessen wir irgendwo auf der Strecke zu nehmen.
Nun geht es rauf und runter. In dieser Region fallen uns die vielen Skilifte und Sessellifte auf. Wir wussten gar nicht, dass sich dieses Gebiet so gut zum Skifahren eignet. Es gibt auch recht viele Restaurationsbetriebe. Niemand verdurstet auf dieser Strecke. Auf dem Grand Ballon geniessen wir die Aussicht und das Kaffee. Trudi genehmigt sich auch noch einen "Heubeerichueche". Da die Zeit schon ein bisschen vorgerückt ist, Geschenke für die Kinder noch fehlen und Trudi noch frische Spargeln vom Feld kaufen möchte, halten wir die Pause relativ kurz. In Cernay werden die Geschenke gekauft. In Bernviller, einer Ortschaft zwischen Cernay und Basel, finden wir "Spargelerntnerinnen". Schnell wird angehalten, eine Spargel selber ausgestochen und zwei Kilos gekauft. Nun haben wir endlich alles. Wir erreichen die Schweiz recht schnell, da die Strassen in Frankreich zum Teil sehr gut ausgebaut sind. An einer Stelle wird noch Radar durch die Polizei gemacht. Da uns ein freundlicher Autofahrer darauf aufmerksam gemacht hat, passiert nichts schlimmes. Nach dem Nachtessen geht bei mir das Helmvisier noch kaputt. Mit Hilfe von Heftpflaster wird es notdürftig befestigt. So um 22.00 Uhr treffen wir endlich zu Hause an. Die Kinder erwarten uns.

 

Diese Tour war in allen Belangen ein schönes Erlebnis.
Das Wetter spielte mit - das Verkehrsaufkommen war genial (fast kein Verkehr) - das Essen war super.
Ein kleiner Wehmutstropfen war die Temperatur. Es war leider für diese Jahreszeit relativ kalt.
Ansonsten wünsche ich allen diese Verhältnisse.

 

 

Sonnegg
Frühlingsausfahrt in den Schwarzwald

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