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Kurzvisite in "Villefranche" (internationales Goldwingtreffen in Frankreich)

Eintägiger Ausflug von mir

Veranstalter? FGWCF
Wann? 19. Mai 2007
Wo? Villefranche sur Saône (bei Lyon)
Hinfahrt? möglichst schnell
Rückkehr? möglichst direkt (ohne grosse Konsultation der Karte)

Es wäre wahrscheinlich ein zweitägiger Ausflug mit meiner Tochter Simone geworden, wenn sie nicht einen Arzttermin am Freitag gehabt hätte. Sie wünscht sich ihre Französischkenntnisse mündlich zu vertiefen.

Hinfahrt
Der Wecker ist gestellt. Und zwar auf die unchristliche Zeit von 03.45 Uhr. Ich weiss nicht wann, doch irgendwann stelle ich den Wecker ab - natürlich ohne wach zu werden. Gegen 04.15 Uhr erwache ich. Schnell in die Montur und abfahren. Knapp eine Viertelstunde später bin ich auf meiner Maschine. Ein Blick auf die Tankanzeige, ich brauche noch Benzin. Und Geld? Brauche ich auch noch. Euros habe ich seit Simones Ausflug auch nicht mehr viel. Bis auf die Euros erhalte ich alles in Schwyz. Die Strassen sind leer. Ich kann fahren, wie ich will. Doch aufgepasst - es gibt überall sehr geduldige Geschwindigkeitsüberwacher (Radarkasten). Darum heisst es oft "Geschwindigkeit drosseln".
Gegen 06.30 Uhr geniesse ich den ersten Kaffee auf der Autobahnraststätte in Estavayer. Das obligate Gipfeli lasse ich sein. Ich habe noch keine Lust zu essen. Die Raststätte ist zu dieser Zeit noch fast leer. Die Temperaturen werden immer angenehmer. Bei der Abfahrt vor gut einer Stunde war es richtig kühl. Jetzt ist es schon angenehm warm. Die warmen Sonnenstrahlen begleiten mich nun schon seit geraumer Zeit. Der neue Helm bewährt sich. Er drückt fast nichts. Nur die Kopfhörer sind ein bisschen zu bemerken. Ich werde sie noch ein bisschen mehr versenken. Dann wird es gut sein.
Das "Pferd wieder gesattelt" geht es weiter Richtung Lausanne-Genf. Kurz vor Genf muss ich einen kurzen Boxenstopp einschalten. Die Reserveanzeige für Benzin wird sichtbar. Auch aus taktischen Gründen möchte ich hier tanken, da die Benzinkosten in Frankreich doch um einiges höher liegen. Nach diesem kurzen Halt wird weitergefahren. An der Grenze wollen die Grenzwächter wie immer nichts von mir. Auf den Strassen von Frankreich wird doch ein bisschen aggressiver gefahren als bei uns. Sie kommen schneller und wollen schneller überholen. Da der Verkehr auch hier noch fast ruht, bin ich mit durchschnittlich 140km/h (erlaubt sind 130km/h) kein grosses Hindernis (werde aber dauernd überholt). In Lyon verlasse ich die Autobahn und fahre auf der Hauptstrasse nach Villefranche sur Saône. Auch hier das gleiche Bild. Alle fahren schneller als die erlaubte Geschwindigkeit (im Schnitt 10 - 20 km/h zu schnell).

Treffengelände
Gegen 10 Uhr komme ich an. Die Anreise ist sehr gut ausgeschildert. Einziges Problem ist plötzlich, dass es zwei Farben von Tafeln gibt - eine für den Zeltplatz und eine für den Treff. Vor dem Einschreibebüro begrüssen mich bekannte Gesichter: Nelly, Jan und Roman. Das habe ich nicht erwartet. Die Maschine wird umgeparkt. Am Buffett bestelle ich eine Cola. Die ist um diese Zeit schon ausgegangen (vormittags um halb elf Uhr). Also ein Perrier. Draussen wird gefachsimpelt über Zubehör, GPS, ... Es wird langsam heiss. Die Sonne brennt auf die schwarzen Töffhose. Wir gehen hinein um die Ausstellung zu besuchen. Zu dieser Zeit ist fast nichts los. Ich finde keine Rücklehne für meine Goldwing. Also gehe ich wieder nach draussen. In der Zwischenzeit ist auch Roland mit Gattin und Röby mit Gattin (beide Basler Stamm) angekommen. Die Organisatoren haben in der Zwischenzeit ihren Getränkevorrat aufgefüllt. Ich kann meine Cola bestellen.

Rückreise
Im Verlaufe des Nachmittages mache ich mich wieder auf den Rückweg. Jetzt ist nicht mehr Schnelligkeit gefragt, sondern möglichst direkt zu fahren. Ich konsultiere hier zum zweitletzten Male die Karte. Ich verlasse mich wie so oft auf mein Orientierungsvermögen. Auf der D904 fahre ich auf Nebenstrassen von Villefranche sur Saône nach Amberieu en Bugey. Es ist herrlich - schönes Wetter, fast kein Verkehr und zum Teil schön geschwungene Kurven. In einem kleinen Dorf braucht es wieder Benzin. Der Verkäufer erzählt mir etwas von "über 1'000 Goldwings in Villefranche". Kann das sein? Ich werde es dann mal nachschauen auf der Homepage. Von Amerieu en Bugey geht es weiter nach Nantua. Diese Strecke kommt mir bekannt vor. Plötzlich erinnere ich mich. Vor zwei Jahren, als Trudi und ich eine Töff-Tour in die Pyrenäen machten, sind wir hier durchgefahren - nur in die andere Richtung. Aber die Route ist immer noch schön - Kurve um Kurve und kein Verkehr. Nach Nantua fahre ich auf einer Hauptstrasse. Hier sind plötzlich viele Autos und Motorräder unterwegs. Freies Fahren ist nicht mehr möglich. So geht es weiter bis Genf. In Genf entschliesse ich mich auf die Autobahn zu gehen. Der Verkehr dem See entlang wird sicher gross sein.
Bis Lausanne geht es zügig voran. Dort verlasse ich die Schnellstrasse und fahre auf der Hauptstrasse Richtung Romont-Fribourg. Früher bin ich diese Strasse ab und zu gefahren. Alte Erinnerungen werden wach. Von Matran fahre ich auf meinem "alten Schulweg" nach Fribourg und danach mitten durch die Stadt. Vieles ist immer noch wie vor rund 25 Jahren. Auf die alte Wohnung im Block vom Schönberg wird ein Blick geworfen. Er steht immer noch. Dann geht es via Tafers nach Schwarzenburg. Da die Temperaturen sommerlich warm sind, schwitze ich unter meiner Töffbekleidung. Kurz vor Sonnenuntergang tausche ich das nasse Hemd gegen ein trockenes T-Shirt. Die Gefahr einer Erkältung ist im Frühjahr gross. Von Schwarzenburg fahre ich dann via Riggisberg nach Steffisburg bei Thun. Die meisten Ausflügler sind scheinbar schon zu Hause. Ich kann mein Tempo fahren.
Auf der anderen Seite geht es wieder hinauf Richtung Schallenberg. Dort wird ein Kaffee genossen und ein SMS nach Hause geschickt. Ich bin doch nicht der einzige Töff-Fahrer. Hier sind die letzten beim Essen oder beim Dessert geniessen. Aus einem Gespräch an einem Nachbartisch höre ich, dass seine Gruppe seit 03.00 Uhr unterwegs ist. Welche Route sie gefahren sind, entzieht sich meinen Kenntnissen. Sie haben es wahrscheinlich strenger gehabt und mehr "Challenge-Punkte" geholt. Die Tour geht langsam zu Ende. Ich rechne noch mit einer Fahrt von 1.5 h. In zügiger Fahrt geht es nach Wiggen und dann Via Schüpfheim-Wolhusen nach Luzern. Dort entschliesse ich mich die Autobahn zu benützen. Gegen 22.30 Uhr bin ich zu Hause. Ab unter die Dusche ist angesagt.

Eine lange, schöne Tour ist wieder zu Ende. Sie wird nicht meine letzte gewesen sein. Es steht noch einiges auf meinem "Goldwing-Kalender".

 

Sonnegg
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