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Internationales Goldwing-Treffen in Luxemburg

Wann? 31. August - 02. September 2007
Route? Illgau - Basel - Colmar - Nancy - Metz - Niedercorn
Ausfahrt rund um Niedercorn
Niedercorn - Metz - Nancy - Colmar - Basel - Illgau
Besonderes? 

Nichts Besonderes

Distanz? ca. 1'100 km
Bilder? nein

Freitag, 31. August 2007
Endlich sind wir startbereit. Simone erwartet mich sehnsüchtig beim Theri. Es ist schon fast 16.30 Uhr. Wir müssen aber vorher noch beim Bahnhof vorbei um Simone's Gepäck zu deponieren. Nein, das auch noch. Das erste Schliessfach funktioniert nicht. Beim zweiten gelingt es uns. Jetzt noch den Durst der Goldwing gelöscht - und dann Gas geben.
Zügig kommen wir voran. In Luzern gibt es zum Glück keinen Stau. Hoffentlich geht es uns in Basel gleich gut. Leider trifft dann das Gegenteil in. Der Verkehr rollt nur langsam vor sich hin. Wir wenden ein bisschen italienische Fahrweise an und kommen so recht zügig voran. Zum Glück sind keine weissrot beschriftete Autos in Sicht. In Pratteln genehmigen wir uns ein warmes Getränk. Der Fahrer muss schliesslich fit sein. Nach dieser kleinen Erfrischung schlängeln wir uns wieder Richtung französischen Zoll. Dort will man nichts von uns wissen. Gut so, auf diese Weise kommen wir auch ein bisschen früher auf dem Treffengelände an. Unser Planer (ViaMichelin) nennt uns 5.30 h reine Fahrzeit. Wenn wir uns ranhalten, erreichen wir Niedercorn so gegen 10.30 Uhr.
Auf der Strecke bis Colmar können wir unser Tempo fahren. Die meisten Radarstellen werden sehr gut angekündigt. Dort wird das Tempo ein bisschen gedrosselt. Simone auf dem Rücksitz hat es hier als Navigatrice noch nicht so streng. Es ist unmöglich sich zu verfahren. Die Wolken im Westen geben mir ein bisschen zu denken. Ich habe nur einen Regenschutz eingepackt. Nicht verzagen - weiterfahren. Wir fahren an Colmar vorbei bis Sélestat. Dort verlassen wir die Schnellstrasse und benutzen nun die N59 Richtung St. Marie-aux-Mines. Dies ist ja auch fast eine Schnellstrasse. Die Franzosen fahren auf dieser Strecke im Schnitt 20km/h zu schnell. Innerorts bremsen sie aber häufig auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Da es schon langsam dunkel wird, weiss ich nicht, ob der Grund ein Radarkasten ist. Wir können bis Lunéville auf dieser Strasse bleiben. In diesem Teilstück werden wir kurz von einem kleinen Regenguss überrascht. Aber schon nach kurzer Zeit fahren wir wieder unter fast wolkenlosem Himmel. Die ersten Sterne begrüssen uns. Via Nancy (A33) geht es weiter nach Metz (A31), Thionville. Kurz vor Luxemburg geht es auf der A13 Richtung Westen nach Differdange.
Jetzt ist es schon recht spät. Wir hoffen, dass wir das Treffengelände recht schnell finden. Ich habe keine genaueren Angaben im Internet gefunden. Bei der Ausfahrt Niedercorn sehe ich schon die erste Tafel mit der Aufschrift "Goldwing-Treffen". Das habe ich nicht erwartet. Ich habe mich auf Suchen eingestellt, und nun so etwas. Das ist ein Aufsteller. Bei der Einfahrt ins Gelände werden wir sofort in Empfang genommen. Wir können uns um diese Zeit auch noch einschreiben. Es ist schon nach 23 Uhr. Während ich mich einschreibe, freut sich Simone auf einen Kebab. Ich freue mich auch auf etwas Warmes. Auf die Frage wo das Zelt aufstellen, werde ich einfach nach hinten geschickt. Und siehe da, wir entdecken einen schönen Platz mit etwa 5 Zelten. Alles rings herum ist verbaut. Jetzt brauchen wir frisch gekaufte Taschenlampe. Simone leuchtet und hilft mir beim Zelt aufstellen. Nach erstaunlich kurzer Zeit gehen wir in Richtung Festzelt. Dort herrscht fröhliche Stimmung. Viele sitzen draussen. Im Festzelt ist die Musik meiner Ansicht nach viel zu laut eingestellt. Für viele andere scheinbar auch. Wir entdecken nur einen Stand mit Essen. Es gibt keinen Kebab, dafür die letzte Schinkenpizzas. Sie schmecken auch gut. Es scheinen recht viele Schweizer hier zu sein. Die ersten sind schnell entdeckt. Simone und ich sind zu müde um noch lange hier zu sitzen, und gehen schlafen.

Samstag, 01. September 2007
"Ausschlafen" hat Simone gesagt. Und ich? Was mache ich? So gegen 08.30 Uhr stehe ich langsam auf. Der Tag ist schon lange erwacht. Nach der Morgentoilette lese ich die Infos durch, die wir gestern beim Einschreiben erhalten haben. Heute ist eine kleine Rundfahrt um Niedercorn geplant. Gestartet wird um 13 Uhr. Das ist sicher schön. Knapp sitze ich draussen, kommt ein deutscher Goldwinger auf mich zu. Er macht mich darauf aufmerksam, dass ich meine Maschine nicht hier auf dem Platz stehen lassen darf. Des weiteren stehe mein Zelt in der "Staff-Zone". Tatsächlich. Darum stehen nur so wenige hier. Ich beschliesse, das Motorrad umzuparkieren und das Zelt stehen zu lassen. Falls es dann doch jemanden stören sollte, werden Simone und ich an einem anderen Ort unsere Zelte aufschlagen. Ich habe Hunger. Gegen 09.45 Uhr wecke ich Simone und teile ihr mit, dass ich meinen Hunger stillen gehe. Den Durst der Goldwing habe ich auch vorher schon gelöscht. Sie kommt auch mit. An einem Tisch mit Schweizern nehmen wir Platz und essen das gute Frühstück. Wir unterhalten uns über die zu laute Musik. Frisch gestärkt fahren Simone und ich ins nächste Dörfchen und kaufen ein paar Kleinigkeiten ein. Die Zeit ist schon recht vorgeschritten. Wir möchten ja an der Ausfahrt teilnehmen. zurück auf dem Gelände machen sich schon die ersten Fahrer bereit. Auf 13 Uhr ist der Start festgelegt. Aus irgendwelchen Gründen geschieht dies aber erst gegen 13.30 Uhr. Eine recht grosse Schar macht sich auf den Weg. Leider beherrschen nicht alle Goldwingfahrer die Regeln des Kolonnenfahrens. Es wird fleissig überholt, die Spur gewechselt, gebremst, ... Regen wir uns nicht auf, es nützt ja eh nichts.
In Mondorf wird uns der Aperitiv spendiert. Hier können Simone und ich endlich sehen, dass die Anzahl der Goldwings recht ansehlich ist. Im Ort geniessen wir eine kleine Abkühlung in Form von Glace. Dies tut gut. Die Zeit verrinnt so schnell. Ich habe mein Eis fertig, Simone beschliesst daraus eine Caramelcreme (Glace in flüssiger Form) entstehen zu lassen. Auf der Rückfahrt ist das Verhalten der Fahrer besser.
Zurück auf dem Gelände beschliesst Simone eine Dusche zu nehmen. Sie möchte sich auch noch ein bisschen aufs Ohr legen. Sie ist müde. Während dieser Zeit setze ich mich zu anderen Schweizern an den Tisch und geniesse einen Kaffee. Die einen plagt wieder der Hunger. Sie verabreden sich in einheimischen Restaurants und tauschen Tipps aus. Ich geniesse den Abend und warte, bis Simone auftaucht. Mit Spaghetti, Salat, Poulet und Frites sättigen wir unseren Hunger. Mit dem Salat ist es fast wie immer. Ich bestelle ihn und bekomme dafür fast nichts. Das ist das Leid eines Vaters, der seine Tochter auf einen Ausflug mitnimmt.
Da es schon fast 21 Uhr ist, gehen wir ins Zelt. Langsam wird es Zeit für die Rangverkündigung. Wir setzen uns zu "Pfyffe-Markus". Die Qualität der Musikanlage ist nicht über alles erhaben. Zuerst versteht man fast nichts. Danach wird ein bisschen rumgeschraubt und anders eingestellt. Jetzt verstehen wir zumindest stückweise das Gesprochene. Wir landen auf Platz 6 (mit 48 Bikern). Am meisten freut es uns, dass wir unsere Nachbarländer geschlagen haben. Nach der Rangverkündigung verlassen viele fluchtartig das Zelt. Es ist immer noch so laut. Zeit spielt keine Rolle. Irgendwann gehen wir Richtung Zeltplatz. Wir möchten morgen früh aufstehen und dann nach Hause fahren.

Sonntag, 02. September 2007
Gegen 6.15 Uhr stehe ich auf. Simone erwacht auch. Gemeinsam beginnen wir mit dem Abbruch des Zeltes. Leider ist die ganze Aussenhülle vom Tau nass. Relativ schnell ist alles verpackt. Beim Verpacken in die Seitenkoffern tauchen noch kleinere, logistische Probleme (was packe ich wo ein?) auf. Doch auch dies ist bald erledigt. Da es relativ frisch ist, zieht Simone alle ihre Kleider an. Sie möchte nicht frieren. Kurz vor 8 Uhr brechen wir definitiv auf. Ein Blick auf unseren Platz - und Gas geben.
Simone spielt wieder mein Navi. Die Strassennummern werden prompt geliefert. Mit der Zeit scheint aber der Akku langsam leer zu sein. Ab und zu bemerke ich ein leichtes Touchieren des Helmes (wie wenn ein müder Kopf nach vorne fallen würde). Ich stelle den rechten Rückspiegel so, dass ich Simone's Augen sehen kann. Sie kämpft gegen die Schwerkraft, die die Augenlider mit aller Gewalt zuziehen möchte. Wir schalten nun eine kurze Kaffeepause ein. Frisch gestärkt und wieder wach geht es weiter. Die Strecke ist fast die gleiche wie bei der Hinfahrt. Der Himmel ist bedeckt. Im Süden sieht man aber, dass das Wetter besser wird. Ab Colmar begleitet uns dann der Sonnenschein. In Pratteln essen wir zu Mittag. Schnell ein SMS nach Hause geschickt. Es wird doch ein bisschen später als geplant.
So gegen 16 Uhr treffen wir zu Hause ein. Alles wird schnell ausgepackt und aufgehängt. Das Zelt tropft noch.

Eine schöne Tour ist wieder zu Ende. Es ist immer wieder schön nach Hause zurückzukehren und sagen zu können: "Alles ist gut gegangen".

 

 

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