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Genusstour über den Glaubenbergpass - Brünigpass - Sustenpass

Für Sonntag, 10. Juni 2007 meldet der Wetterbericht endlich wieder einmal einigermassen schönes Wetter. Regenfälle soll es nur vereinzelt im Jura und in den Alpen geben. In letzter Zeit ist es schlimm, was was Wetter anbelangt. Am Morgen ist meistens sehr schön und wolkenlos. Gegen Mittag kommt von Osten her eine dunkle Wand und kurz darauf schüttet es. Wir Töfffahrer können unsere Tour einschränken. Was machen aber die Landwirte? Sie haben keine Alternative.
Meine Frau Trudi und ich beschliessen am Samstagabend die Töfftour abzufahren, die der Goldwingclub Schweiz im Juli mit den ausländischen Teilnehmern durchführen will.
Ich muss noch nachschauen, ab wann das Restaurant Langis auf dem Glaubenberg geöffnet ist. Schon um 08.00 Uhr, das ist ideal. Wenn wir um 07.00 Uhr starten, werden wir gegen 09.00 Uhr beim Kaffee und Gipfeli sitzen - ideal. Kommt Kusi auch mit? Ich schicke ihm noch ein SMS mit Startzeit und Route.

Sonntag, 10. Juni 2007
Ich erwache ohne Wecker früh genug. Ist das Wetter tatsächlich so, wie der Wetterbericht gemeldet hat? Jain - es hat vereinzelt Hochnebel. ISind die Strassen frei? Ich starte den PC auf und schaue auf der Homepage des TCS nach. Es sind nur zwei Meldungen zu sehen. Keine betrifft unsere Route. Gewitter sind auf dem Niederschlagsradar auch nirgends zu sehen. Also los. Was hat Kusi geantwortet? Er kommt nicht. Er ist wahrscheinlich zu sehr von der Velotour im Engadin und von der Geburtstagsfeier geschafft. Durchhaltevermögen ist nicht mehr seine Stärke. Du bist ja auch nicht mehr der jüngste, gäll Kusi!
Gemütlich fahren wir auf der Hauptstrasse von Illgau über Schwyz - Lauerz - Arth - Küssnacht gegen Luzern. Wir sehen fast keine Auto- und Töfffahrer. Wahrscheinlich liegen noch alle im Bett. Wir fahren quer durch Luzern. Trudi möchte mir die WG-Wohnung von Cindy zeigen. Also führt uns unsere Route über Littau. Aha, hier ist also das neue Domizil von unserer Tochter - zentral und doch an ruhiger Lage.
Nach diesem Abstecher geben wir gemässigt Gas und kurven via Blatten nach Malters. Von dort geht es zügig nach Wolhusen. Die Kleine Emme führt immer noch relativ viel Schmutzwasser mit. Gestern sind ja einige Strassen wegen der starken Regenfälle gesperrt gewesen. Auf den Strassen ist nichts mehr davon zu bemerken. In Entlebuch wird es nun richtig interessant. Kurve um Kurve geht es nach oben. Das Schönste aber ist, dass es fast keine anderen Verkehrsteilnehmer hat. Auf der einsamen Strasse gebe ich nun ein bisschen mehr Gas als eigentlich erlaubt wäre. Wir sind zehn Minuten zu schnell. Wir kommen 08.50 Uhr beim Restaurant an. Wir sind nicht die einzigen, die dieses Restaurant zur Znünipause nutzen. Wir sitzen draussen und geniessen die warme Sonne. Drinnen beginnt eine Ländlerkapelle zu spielen. Auf der Strasse wird es immer lauter. Die Fahrer der Strassenmaschinen geben mehr Gas als wir.
Nach fast einer halben Stunde geht es wieder weiter. Gemütlich fahren wir in Richtung Stalden. Ernst, der Tourenchef vom Goldwingtreffen Schweiz, hat etwas von einer kleinen Nebenstrasse nach Giswil erzählt. Finden wir die? In Schwendi verlassen wir die Hauptstrasse und fahren in Richtung Oberwilen - Grossteil. Ich glaube, dass dies die gesuchte Strasse ist. Ein paar schnellere Töfffahrer überholen uns auf dieser Strecke. Lassen wir sie ziehen. Uns pressiert es nicht. In Giswil treffen wir auf die Brünigpassstrasse. Jetzt ist es mit dem "einsamen Goldwingfahrer" vorbei. Die anderen Verkehrsteilnehmer sind aufgestanden. Wir entschliessen uns, keinen Halt auf der Passhöhe zu machen. Die Kaffeepause ist ja erst eine knappe halbe Stunde vorbei. Eine Pinkelpause brauchen wir auch noch nicht.
Die Benzinuhr zeigt seit längerer Zeit nur noch ein Feld an. Die Reserveanzeige leuchtet noch nicht. Aber ich möchte doch den Tank wieder füllen. In Meiringen ist es dann soweit. Ich muss nicht absteigen. Trudi bedient mich. Jetzt kann es wieder losgehen. Die Fahrt führt uns via Aareschlucht nach Innertkirchen. Die Zahl der Töffs hat sich vervielfacht. Jetzt muss der Rückspiegel sehr genau vor dem Überholen beobachtet werden. Trudi braucht den Arm fast nicht mehr herunterzunehmen. Sie ist ständig am Töfffahrer-grüssen. Die Strasse führt uns wieder in die Höhe. Auf dieser Strecke muss ich wieder vermehrt den Tacho beobachten. Man ist schnell zu schnell. Schon bald sind wir auf der Passhöhe. Wir parkieren nicht auf dem Parkplatz unten, sondern beim Berggasthaus Sustenpass Hospiz. Es ist nicht mehr so warm wie auf dem Glaubenbergpass. Wir sind schliesslich auch 700m weiter oben. Die Schneefelder sind sehr nahe. Wir setzen uns draussen auf der Sonnenterrasse hin. Es zieht ein bisschen. Obwohl es erst 11 Uhr ist, bestellen wir einen Fleischteller und etwas zu trinken. Essen ist (fast) immer gut. Noch ein Espresso - und weiter geht es.
Auf der Urnerseite geht es zügig ins Tal. Zwei drei Autofahrer überholen, und schon können wir unser Tempo fahren. In Wassen fahren wir auf der Hauptstrasse nach Amsteg. Hier fahren wieder viel weniger Verkehrsteilnehmer. Die meisten benützen talwärts die Autobahn. Ohne Zwischenhalt fahren wir nun via Axenstrasse nach Brunnen. Wir meiden hier das Mositunnel. So kann ich schreiben, dass wir weder ein Autobahn- noch ein Schnellstrassenstück für diese Tour benutzt haben. Nach dieser Umfahrung geht es zügig nach Hause.

Dieser Ausflug hat sich gelohnt. Das Wetter spielte mit. Die Temperatur war angenehm.
Die anderen Verkehrsteilnehmer verhielten sich normal. Nirgends gab es einen Unfall zu sehen, nirgends ein Gedränge zwischen nervösen Verkehrsteilnehmern.
Ich hoffe noch mehr solcher Touren machen zu können.

 

 

Sonnegg
Töfftour Glaubenberg - Brünig - Susten

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Tel: 041 / 830 20 66
Mail: info (at) sonnegg.ch